Als
Fernsehen noch was Besonderes war...
Fernsehen in den 60ern
bedeutete für mich hauptsächlich "Kinderstunde" - das Fernsehen war noch
etwas besonderes, aber absolut faszinierendes für ein kleines Mädchen (auch
für kleine Jungs, was Uwe in seinem Bericht "Sonntage in Brevörde" sehr
schön und plastisch erzählt). Kinderfernsehen fand hauptsächlich in der ARD
statt, es waren die Anfangszeiten der Augsburger Puppenkiste und des Hasen
Cäsar, meines besonderen Lieblings - welches Kind der 60er erinnert sich
nicht an "Schlager für Schlappohren"? Dann gab es natürlich noch das
Sandmännchen, dem ich auch eine eigene Seite unter der Rubrik
"Kinderfernsehen" gewidmet habe. Das Sandmännchen mochte ich nicht so sehr,
weil es die Schlafenszeit einläutete, und das war natürlich immer zu früh...
Heute würde ich es sehr gern noch einmal sehen.
Was tat sich sonst noch in den
60ern? Im Hessischen Rundfunk gab es die "Firma Hesselbach", und auch sonst
taten sich die Hessen hervor - im "Blauen Block beim Äppelwoi"... Der Autor
Heinz Oskar Wuttig schrieb die Serien "Alle meine Tiere", "Der Forellenhof"
und natürlich "Salto Mortale" - alle nahmen ihren Anfang in den 60ern, und
erfreuen sich heute noch großer Beliebtheit - auch "Salto Mortale" ist hier
eine eigene Seite gewidmet. Robert Stromberger dagegen schrieb "Die
Unverbesserlichen" - die deutsche Familienserie überhaupt, wenn man mich
fragt...
Genauso beliebt wie
Familienserien waren Westernserien - "Rauchende Colts", "Bonanza", "Bronco",
"Am Fuß der Blauen Berge" und "Big Valley" liefern alle erstmals in den
60ern. Krimi-Spannung gab es mit "Auf der Flucht" - die ganze Fernsehnation
litt mit Richard Kimble.
Das ZDF sendete erstmals am 1.
April 1963 (kein Aprilscherz), und es galt fast als Luxus, beide Programme
empfangen zu können. Ich bemitleidete meine Freundin Gertrud, die nur das
erste Programm empfangen konnte, während wir mit unserem alten
Loewe-Fernseher ARD und ZDF empfangen konnten.
1969 ging erstmals ein junger
Detektiv namens "Percy Stuart" auf Sendung. Sie wurde zum Kult und machte
Claus Wilcke und Horst Keitel auf einen Schlag bekannt. "John Klings
Abenteuer" war ähnlich gestrickt, lief jedoch schon einige Jahre vorher.
Auch "Tammy, das Mädchen vom
Hausboot" lief im ZDF - und wenn ich auch nur sehr schwache Erinnerungen an
diese Serie habe, die Melodie habe ich immer noch im Ohr...
An die Serie "Indian River" habe ich mich erst
erinnert, als Pete mir ein altes Quartett-Spiel zur Verfügung stellte - ach
ist das lange her... Die Serie lief erstmals in den 60ern, tatsächlich
gesehen habe ich sie aber wohl erst in den 70ern... Und dann noch "Unser
trautes Heim" - ich erinnere mich an die netten Geschichten mit Mutter, Vater
und vier Jungs, die einen Riesen-Wuschel-Hund hatten und in einem Haus mit
Türmchen wohnten... Das fand ich damals sehr schön - wirklich erinnern kann
ich mich auch nicht an die Handlung - aber wozu gibt es Bücher und
Internet... Und prompt - bei der Titelmelodie und ein paar Bildern - war
auch die Erinnerung wieder da... Auch bei euch?
Uwe aus meiner Group erinnert sich vor allen
Dingen an die Sonntage in Brevörde bei seinen Großeltern, als er "Bonanza"
und "Im Reich der wilden Tiere" sehen durfte. Aber den tiefsten Eindruck hat
wohl einer der ersten Weihnachtsvierteiler bei ihm hinterlassen: "Tom
Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer". Diesen findet Ihr allerdings
nun in den Siebzigern - was einzig und allein seitenorganisatorische Gründe
hat...